If-Sätze im Englischen – „Ohne Wenn und Aber?“

if-sätze im englischen

Wir müssen ständig im Leben Entscheidungen treffen. Sinnvollerweise sollte man diese aber stets von Bedingungen abhängig machen (oder sie sind per se von Bedingungen abhängig). Um Wenn-Dann-Bedingungen im Englischen zu formulieren, bedient man sich der sogenannten If clauses bzw. der Konditionalformen.

Ähnlich wie im „wahren“ Leben müssen diese if clauses bestimmte Konventionen folgen. Jemand, der Englisch lernen möchte, sollte sich also von vornherein die Art und Weise, wie Wenn-Dann-Sätze grammatikalisch gebildet werden, einprägen. Es existieren insgesamt fünf verschiedene Möglichkeiten, um in der englischen Sprache If-Sätze zu bilden:

  1. Null Konditional (zero conditional)
  2. Konditional I (conditional I)
  3. Konditional II (conditional II)
  4. Konditional III (conditional III)
  5. Gemischte Konditionalformen (mixed conditional)

Infographic Englisch Das Konditional

Werfen wir nun einen etwas genaueren Blick auf diese Formen.

Grundsätzliches

Grundsätzlich besteht eine Wenn-Dann-Bedingung stets aus zwei Teilen:

Einer Bedingung, die mit dem Wort „wenn“ (bzw. if) beginnt, und einem Hauptsatz, in dem das Ergebnis dargestellt wird.

Bei sämtlichen Konditionalkonstruktionen kann die Stellung dieser Teile variiert werden – es ist zwar üblicher, dass eine Wenn-Dann-Bedingung mit dem Wort „wenn“ beginnt, es ist aber keine zwingende Voraussetzung, wie das folgende Beispiel zeigt:

Wenn es regnet, werde ich mir wohl oder übel einen Regenmantel anziehen müssen.
Ich werde mir wohl oder übel einen Regenmantel anziehen müssen, wenn (sofern) es regnet.

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1. Zero conditional

Das Zero conditional beschreibt Situationen oder Kontexte, die eine allgemeine Gültigkeit haben. Deswegen stehen beide Satzteile im Simple present.

  • You feel warm, if the heating is on.
    Dir ist warm, wenn die Heizung eingeschaltet ist.
  • If you don’t stick to the law, you go to jail.
    Wenn du dich nicht ans Gesetz hältst, kommst du ins Gefängnis.

2. If clauses Typ 1

Mit dieser Art von If-Satz werden mögliche Bedingungen sowie ihre möglichen Ergebnisse beschrieben. In der Regel beruhen solche Aussagen auf Tatsachen; es werden Aussagen getroffen, welche sich auf die reale Situation in der Welt und auf eindeutige Situationen beziehen. Möchte man jemanden warnen, bietet sich dieser If Typ an.

Der Bedingungsteil des Satzes steht im Simple present, der Hauptsatz im Simple Future (will/shall + Infinitiv).

  • If you vote for me, I will receive a compensation.
    Wenn du mich wählst, werde ich eine Kompensation erhalten.

Eine Besonderheit im Deutschen stellt die Tatsache dar, dass man im Deutschen oftmals aus stilistischen Gründen dazu neigt, von der formalen Konstruktion „Wenn… konjugierte Form des Verbs“ abzuweichen und dafür direkt die Präsens-Form wählt:

  • Wählst du mich, werde ich eine Kompensation erhalten.

Bei der Übersetzung ins Englische muss diesem Umstand Rechnung getragen werden und der Satz quasi „im Kopf“ umgeformt werden. Dies gilt für alle If-Klauseln.

3. If clauses Typ 2

Bei diesem If-Klausen Typ hat man es eher mit einer unwahrscheinlicheren oder sogar hypothetischen Situation zu tun. Man nutzt diese Konstruktion, um nicht reale Situationen zu beschreiben, der Zeitpunkt, an dem das Ereignis stattfindet, kann entweder jetzt oder irgendwann sein.

Die Bildungsweise erfolgt analog zum If-Klausen Typ 1, allerdings mit folgendem Unterschied: Der Bedingungsteil des Satzes steht in der Simple past, der Hauptsatz greift auf die Konstruktion would/should + Infinitiv zurück.

  • If I were a bank robber, how should I proceed?
    Wenn ich ein Bankräuber wäre, wie sollte ich vorgehen?
  • If I had enough money to buy an island, I would immediately quit my job.
    Wenn ich genügend Geld hätte/Hätte ich genügend Geld, um eine Insel zu kaufen, würde ich sofort meinen Job kündigen.

4. If clauses Typ 3

Im Gegensatz zu den beiden vorangegangen Formen bezieht sich dieser If-Typ stets auf die Vergangenheit – und zwar auf eine unmögliche Begebenheit und ihre Ergebnisse. Diese Sätze können als vollkommen hypothetisch betrachtet werden, da es ja jetzt „zu spät“ ist, dass diese Begebenheit eintreten könnte.

Der Bedingungsteil des Satzes steht im Past perfect, der Hauptsatz greift auf das perfect conditional zurück (would have + past participle).

  • If someone had given me enough money, I would have immediately terminated my job.
    Hätte mir jemand genügend Geld gegeben, hätte ich sofort meinen Job gekündigt.
  • If I had been you, I would have called your mother to tell her that you are okay.
    Wäre ich du, hätte in deine Mutter angerufen, um ihr mitzuteilen, dass bei dir alles in Ordnung ist.

5. Gemischte Konditionalformen

Es gibt zwei Arten des gemischten Konditionals.

  • In der ersten Form wird die irreale Situation in der Vergangenheit beschrieben, während die möglichen Folgen in der Gegenwart umgesetzt werden müssen. Bei solchen Sätzen ist die Situation weder in der Gegenwart noch in der Vergangenheit. Der Bedingungsteil des Satzes verwendet das Past perfect, während der Hauptsatz das Present conditional (would/should + Infinitiv) nutzt.

Today I would earn more money, if I had invested more time to do my homework at school.
Heutzutage würde ich mehr Geld verdienen, wenn/falls ich mehr Zeit in die Schule investiert hätte, um meine Hausaufgaben zu machen.

  • In der zweiten Form wird eine irreale Gegenwart skizziert und dann über ihr mögliches (aber dennoch nicht reales) Ergebnis gesprochen. Die Bedingungsklausel steht im Past perfect, während der Hauptsatz die Konstruktion would have + past participle verwendet.

I would have probably been the luckiest man on earth, if I had robbed that bank.
Ich wäre wahrscheinlich der glücklichste Mensch der Welt gewesen, wenn ich diese Bank ausgeraubt hätte.

Fazit

Die If-Klausen Typ 1, 2 und 3 stellen den grammatikalischen „Regelfall“ dar, während das Zero conditional sowie der Mixted type eher seltener gebraucht werden. Dennoch können alle fünf Arten als feste Konstruktionen mit den entsprechenden Zeiten genutzt werden – die richtige Anwendung einer if clause gilt als „Visitenkarte“, wie gut und auf welch hohem Niveau man das Englische beherrscht.

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