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Englische Redewendungen aus der Tierwelt: Hunde


Viele englische Redewendungen haben mit Tieren zu tun, und einige davon mit dem besten Freund des Menschen. Mensch und Hund bilden schon seit Jahrhunderten eine feste Einheit – Hunde wurden zum Jagen und für die Landwirtschaft verwendet, bevor sie als geliebte Haustiere in unser Privatleben Einzug hielten. Wie sich unsere Beziehung zu Hunden im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, spiegelt sich in zahlreichen englischen Redewendungen wider, die bis heute in Gebrauch sind.

Der folgende Leitfaden wird Ihnen helfen, die geläufigsten „auf den Hund gekommenen“ Formulierungen zu verstehen, die Ihnen auf Ihren Reisen oder im Laufe Ihres Englischlernens begegnen werden. Wie bei all unseren Redewendungen aus der Tierwelt liegt der Schlüssel zu ihrem Verständnis oft darin, sich einfach das Bild vor Augen zu führen, das sie hervorrufen. Überlassen Sie Ihrer Vorstellungskraft die Arbeit – so werden Sie die richtige Bedeutung häufig ganz von selbst erraten.

It’s a dog’s life

Führt jemand ein Hundeleben, so kommt dies einem ‘miserable or wretched existence’ (miserablen oder elenden Dasein) gleich; der Betroffene ist ‘downtrodden and put upon’ (geknechtet und drangsaliert).

Aber warum? Die meisten Hunde sind heutzutage verwöhnte Schoßtierchen, sind gut genährt, werden auf lange Spaziergänge ausgeführt, können den ganzen Tag schlafen – manche werden sogar schick gemacht und gehen zum Friseur! Doch das war nicht immer so. Dieser Ausdruck erschien erstmals in einer Handschrift aus dem 16. Jahrhundert, als Hunde unterwürfig zu sein und hart zu arbeiten hatten. Oftmals wurden sie in der Landwirtschaft eingesetzt und schlecht behandelt. Diese Passage aus dem 1879 veröffentlichten Werk The Children’s Hour gibt uns einen guten Einblick:

“Some dogs have to work for their living,” she added thoughtfully. “They churn, they guard sheep, they follow the chase, they watch their masters’ houses and goods. A dog’s life is a hard one when he is only kicked and cuffed, and never hears a kind word.”

“Then people must mean that one leads a dog’s life when no one is kind to him,” said Louise. “I don’t want to lead such a life.”

(„Manche Hunde müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten“, fügte sie nachdenklich hinzu. „Sie bewegen Maschinen, sie passen auf die Schafe auf, sie folgen der Jagd, sie schützen Haus und Hof ihres Herrn. Ein Hundeleben ist hart, wenn er immer nur getreten und in Ketten gelegt wird und nie ein freundliches Wort hört.“

„Wenn jemand also sagt, er lebe ein Hundeleben, so heißt das, dass niemand freundlich zu ihm ist“, sagte Louise. „So ein Leben möchte ich nicht führen.“)

Heute wird der Ausdruck noch immer für die Härte des Lebens verwendet. Wenn Sie sich z. B. über einen langen Tag im Büro beschweren, könnte Ihr Gesprächspartner Mitleid zeigen, indem er sagt: “Yep, it’s a dog’s life!”

dog golden retriever

Raining cats and dogs

Diese Redewendung kommt zum Einsatz, wenn es sehr heftig regnet.

Trotz zahlreicher Debatten und Diskussionen ist im Laufe der Jahre nie richtig klar geworden, woher sie stammt. Es könnte sich um einen Vergleich zwischen dem heulenden Wind und dem rauschenden Regen eines Sturms und den Geräuschen kämpfender Katzen und Hunde handeln. Der Ausdruck könnte aber auch auf nordeuropäische Mythen und Märchen zurückgehen, in denen Katzen als Symbol für Regen und Hunde als Symbol für Wind standen. Oder sein Ursprung liegt in einem sehr viel abscheulicheren Umstand:

“In 17th century Britain, after a cloudburst the gutters would overflow with a filthy torrent that included dead animals….”

(„Im 17. Jahrhundert liefen in Großbritannien nach einem Wolkenbruch die Entwässerungsrinnen über und förderten einen schmutzigen Strom zutage, in dem sich auch tote Tiere befanden …“)

Es könnte sein, dass in den Tagen, bevor Katzen und Hunde verwöhnte Haustiere waren und stattdessen durch die Straßen stromerten, die Leichen ertrunkener Tiere nach heftigen Regengüssen ein geläufiger Anblick waren.

Let sleeping dogs lie

Dieser Ausdruck bedeutet, Vergangenes ruhen zu lassen, und ist eine Art Warnung, keinen Ärger oder einen alten, andauernden Streit aufzuwühlen.

Ziemlich offensichtlich, oder? Wer einen friedlich schlafenden Hund aufweckt, muss damit rechnen, gebissen oder zumindest angebellt oder angeknurrt zu werden.

Doch woher stammt diese Redewendung? Sie lässt sich bis auf eine Zeile in dem Gedicht Troilus and Criesyde von Chaucer aus dem 14. Jahrhundert zurückverfolgen:

“It is nought good a slepyng hound to wake”

(„Es ist nicht gut, einen schlafenden Hund zu wecken.“)

Hier wird das Wort „hound“ verwendet, denn „dog“ gab es erst ein paar Jahrhunderte später!

A dog-eat-dog world

Snoop Dogg erzählt uns, dass wir in einer ‘dog-eat-dog world’ leben. Er meint damit eine Welt, in der es nur um Konkurrenz geht und in der allein der Stärkste überlebt.

Fressen oder gefressen werden! So lautet die Botschaft, die in dieser Formulierung enthalten ist. Sie wird häufig verwendet, um eine wettbewerbsbetonte, rücksichtslose Arbeitswelt zu beschreiben. Versuchen Sie mal, während einer Wirtschaftskrise einen Job zu finden oder gegen Ihre Kollegen um eine Beförderung zu kämpfen, und Sie werden bald herausfinden, was eine Welt ist, in der „ein Hund den anderen frisst“. Weitere Redewendungen aus der Tierwelt, die für die Härte des Lebens stehen, sind ‘it’s a jungle out there’ („es ist ein Dschungel da draußen“) oder ‘it’s a rat race’ (wörtlich: „es ist ein Rattenrennen“, im übertragenen Sinn: man steckt in einer Tretmühle, in einem ständigen Konkurrenzkampf).

Dog idioms

Hair of the dog

Viele Menschen glauben, man könne einen Kater auskurieren, indem man am nächsten Morgen noch mehr Alkohol trinkt – diese Methode wird ‘hair of the dog’ genannt.

Der Ausdruck ist die Kurzform von ‘the hair of the dog that bit one’ (wörtlich: „das Haar von dem Hund, der einen gebissen hat“) und bedeutet, dass die gleiche Sache, die einem den Schaden, den Ärger oder den Kater eingebracht hat, auch zur Behandlung oder Heilung desselben benutzt werden kann. Die Redewendung stammt von einem mittelalterlichen Glauben ab, demzufolge eine Bisswunde von einem tollwütigen Hund geheilt werden konnte, indem man etwas vom Haar desselben Hundes auf die infizierte Wunde legte.

Einem tollwütigen Hund Haare auszureißen kann aber auch nicht so spaßig gewesen sein! Im Laufe der Zeit ist der Ausdruck einfach zu einer Ausrede für noch mehr Alkoholgenuss geworden, doch die Grundidee hält sich in vielen Kulturen: likes are cured by likes (Gleiches mit Gleichem heilen.)

Wer mehr englische Redewendungen lernen will, findet hier Redewendungen zum Thema gossip und rumors.