TOEIC oder TOEFL: Welches Zertifikat öffnet Türen in deutschen Unternehmen

Sie bewerben sich auf eine internationale Position in Deutschland und fragen sich, ob Sie ein Englischzertifikat brauchen – und wenn ja, welches. Die Antwort hängt von Ihrer Branche, Ihrer Rolle und Ihrem Arbeitgeber ab, doch TOEIC und TOEFL sind die beiden Namen, die am häufigsten auftauchen.

Dieser Artikel erklärt, wann deutsche Unternehmen wirklich ein Zertifikat verlangen, worin sich TOEIC und TOEFL unterscheiden und wie Sie die richtige Wahl für Ihre Karriere treffen.

Brauchen deutsche Arbeitgeber ein Englischzertifikat

Nein, für die meisten Jobs in deutschen Unternehmen ist weder TOEIC noch TOEFL gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings erwarten internationale Konzerne und exportorientierte Firmen zunehmend einen Nachweis Ihrer Englischkenntnisse – besonders wenn Sie mit internationalen Teams arbeiten oder Kundenkontakt im Ausland haben.

Die Realität sieht so aus: Rechtlich können Sie sich ohne Zertifikat bewerben, doch ein Nachweis stärkt Ihre Position erheblich. Viele Personalabteilungen nutzen Zertifikate als objektiven Filter, um Bewerber mit vergleichbaren Qualifikationen zu unterscheiden.

Wann ein Zertifikat wirklich zählt, hängt von drei Faktoren ab:

  • Ihre Rolle: Positionen mit direktem Kundenkontakt in internationalen Konzernen verlangen häufig einen formalen Nachweis

  • Ihre Branche: Automobilindustrie, Logistik, Finanzwesen, Beratung, Pharma und Tech fordern Zertifikate am häufigsten

  • Ihr Arbeitgeber: Multinationale Unternehmen standardisieren Anforderungen global und setzen auf messbare Nachweise

Branchen, die ein Zertifikat häufig verlangen

In der Automobilindustrie, besonders bei Zulieferern mit internationalen Kunden, tauchen TOEIC-Anforderungen regelmäßig in Stellenausschreibungen auf. Logistikunternehmen mit globalen Lieferketten, internationale Finanzdienstleister und Beratungsfirmen erwarten ebenfalls dokumentierte Englischkenntnisse.

Pharma- und Tech-Unternehmen mit Forschungsabteilungen oder Produktentwicklung im Ausland bevorzugen Bewerber mit nachweisbarem Sprachniveau. In diesen Sektoren ist ein Zertifikat kein Nice-to-have, sondern ein klarer Wettbewerbsvorteil.

TOEIC und TOEFL auf einen Blick

Beide Tests stammen von ETS (Educational Testing Service), einer gemeinnützigen Organisation, die seit Jahrzehnten standardisierte Sprachtests entwickelt. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Qualität, sondern im Fokus: TOEIC misst Berufsenglisch, TOEFL akademisches Englisch.

TOEIC konzentriert sich auf typische Arbeitssituationen – E-Mails verstehen, in Meetings mitdiskutieren, Telefonate führen. TOEFL hingegen prüft, ob Sie Vorlesungen folgen, wissenschaftliche Texte analysieren und akademische Essays schreiben können.

Schwerpunkt Berufsenglisch im TOEIC

Der TOEIC (Test of English for International Communication) richtet sich gezielt an Berufstätige und Bewerber. Er prüft Hör- und Leseverstehen anhand realistischer Büroszenarien: Geschäfts-E-Mails, Besprechungsnotizen, Telefongespräche mit Kunden.

Die Standardversion bewertet keine Sprech- oder Schreibfähigkeiten – diese können Sie in separaten Modulen ablegen, wenn Ihr Arbeitgeber das verlangt. In Deutschland ist der TOEIC Listening and Reading die am häufigsten nachgefragte Variante für Unternehmensanstellungen.

Schwerpunkt akademisches Englisch im TOEFL

Der TOEFL (Test of English as a Foreign Language) wurde ursprünglich für Hochschulzulassungen entwickelt, besonders in Nordamerika. Er prüft alle vier Fertigkeiten – Lesen, Hören, Sprechen, Schreiben – ausschließlich im akademischen Kontext.

Deutsche Arbeitgeber fordern den TOEFL selten explizit, außer Sie bewerben sich auf Positionen mit starkem Forschungsbezug oder in Unternehmen, die eng mit Universitäten zusammenarbeiten. Wenn Sie im Ausland studiert haben, kann ein vorhandener TOEFL-Score jedoch als Nachweis dienen.

TOEIC oder TOEFL: Welches Zertifikat passt zum deutschen Arbeitsmarkt

Für Berufstätige in Deutschland ist der TOEIC in neun von zehn Fällen die passendere Wahl. Er ist im Unternehmensumfeld Standard und wird von HR-Abteilungen breit anerkannt – von Mittelständlern bis zu DAX-Konzernen.

Der TOEFL eignet sich besser, wenn Sie akademische oder studienbezogene Ziele verfolgen. Entscheiden Sie nach Ihrer konkreten Situation, nicht nach dem bekannteren Namen.

Wann der TOEIC die bessere Wahl ist

Wählen Sie den TOEIC, wenn Sie bereits im Unternehmen arbeiten und eine Beförderung anstreben. Er ist auch die richtige Wahl, wenn Sie sich in Deutschland auf Stellen in internationalen Firmen bewerben oder wenn Ihr Joballtag E-Mails, Meetings und Kundengespräche auf Englisch umfasst.

Wann der TOEFL die bessere Wahl ist

Entscheiden Sie sich für den TOEFL, wenn Sie sich an einer Universität im Ausland bewerben oder im Forschungs- oder Hochschulkontext arbeiten. Das ist im deutschen Arbeitsmarkt die Ausnahme, aber für akademische Pfade die richtige Wahl.

Punktzahlen und CEFR-Stufen im Vergleich

Der CEFR (Common European Framework of Reference for Languages) ist der internationale Standard zur Beschreibung von Sprachkompetenz – von A1 (Anfänger) bis C2 (nahezu muttersprachlich). Deutsche Arbeitgeber orientieren sich fast immer am CEFR-Niveau, nicht an Rohpunktzahlen.

Beide Tests ordnen ihre Ergebnisse den CEFR-Stufen zu, damit Sie wissen, worauf Sie hinarbeiten. Das erleichtert auch den Vergleich zwischen verschiedenen Zertifikaten.

TOEIC-Score und CEFR-Niveau

Der TOEIC bewertet auf einer Skala von 10 bis 990 Punkten. B2 gilt im Unternehmensumfeld als Mindestniveau für professionellen Einsatz:

  • Grundlegende Kenntnisse (A2–B1): Für einfache Kommunikation geeignet, jedoch für die meisten internationalen Stellen nicht ausreichend

  • Gute Kenntnisse (B2): Mindestanforderung für viele internationale Positionen in Deutschland

  • Sehr gute Kenntnisse (C1): Für Führungspositionen oder Rollen mit intensiver englischer Kommunikation empfohlen

TOEFL-Score und CEFR-Niveau

Beim TOEFL iBT reicht die Skala von 0 bis 120 Punkten. Ein mittlerer bis hoher Score ordnet sich qualitativ meist im Bereich B2 bis C1 ein.

Für den Jobbezug in Deutschland verweisen Arbeitgeber häufig direkt auf ein CEFR-Niveau, weniger auf einen konkreten TOEFL-Wert. Wenn Sie einen TOEFL-Score haben, können Sie ihn problemlos in ein CEFR-Niveau umrechnen.

Kosten, Testorte und Gültigkeit in Deutschland

Bevor Sie buchen, klären Sie die praktischen Details: Beide Tests sind kostenpflichtig, erfordern eine offizielle Anmeldung und die Bedingungen variieren je nach Format und Standort.

Prüfungsgebühren

Für beide Tests fällt eine Anmeldegebühr an, die direkt an ETS zu zahlen ist. Die Kosten hängen vom Testformat (Testzentrum oder Online-Proctoring) und Standort ab.

Offizielle Testcenter und Online-Proctoring

Sie können beide Tests in akkreditierten Testzentren in vielen deutschen Großstädten ablegen – Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln bieten regelmäßige Termine. Alternativ steht je nach Verfügbarkeit Online-Proctoring zur Verfügung.

Proctoring bedeutet, dass eine Aufsichtsperson die Online-Prüfung per Webcam überwacht, während Sie sie von zu Hause aus ablegen. Das bietet Flexibilität, erfordert jedoch eine stabile Internetverbindung und einen ruhigen Raum.

Gültigkeitsdauer der Zertifikate

TOEIC- und TOEFL-Ergebnisse sind ab Testdatum zwei Jahre gültig. Danach können Arbeitgeber einen aktuelleren Nachweis verlangen, besonders wenn Sie sich auf eine neue Position bewerben.

Planen Sie den Test daher möglichst nah an Ihre Bewerbungs- oder Beförderungsphase – ein frisches Zertifikat signalisiert aktuelle Sprachkompetenz.

Drei Schritte zur richtigen Testauswahl

Nutzen Sie diese kurze, umsetzbare Entscheidungshilfe – unabhängig von Ihrem aktuellen Niveau. Die richtige Wahl spart Zeit, Geld und Frustration.

1. Karriereziel festlegen

Klären Sie zuerst Ihr Ziel: Bewerben Sie sich bei einem internationalen Unternehmen in Deutschland? Streben Sie eine Beförderung an? Oder bewerben Sie sich an einer Universität?

Ihre Antwort bestimmt den passenden Test – und verhindert, dass Sie den falschen ablegen und später wiederholen müssen.

2. Arbeitgeberanforderungen prüfen

Lesen Sie die Stellenausschreibung genau oder fragen Sie direkt in der Personalabteilung nach, ob ein spezifischer Test gefordert ist. Viele deutsche Arbeitgeber akzeptieren auch Cambridge-Zertifikate oder andere international anerkannte Nachweise.

Häufig zählt vor allem das geforderte CEFR-Niveau, nicht der Testname – diese Klarheit erspart Ihnen unnötige Investitionen.

3. Aktuelles Englischniveau einschätzen

Bevor Sie buchen, verschaffen Sie sich ein realistisches Bild Ihres Levels. Ein kostenloser Einstufungstest wie der EF SET zeigt Ihnen Ihr CEFR-Niveau und wie viel Vorbereitung Sie bis zum Ziel einplanen können.

Vorbereitung, die zum Job passt

Die Testwahl ist nur der Anfang – der entscheidende Unterschied entsteht durch gezielte, konsistente Vorbereitung. Besonders bei Speaking und Listening macht die Übung mit echten, zertifizierten Lehrkräften den Unterschied.

Englisch im Berufsalltag üben

Die effektivste Vorbereitung spiegelt reale Arbeitssituationen wider: Geschäfts-E-Mails verfassen, in Meetings mitdiskutieren, Telefonate auf Englisch führen. Business-English-Kurse sind hier besonders hilfreich.

EF English Live bietet Business-English-Kurse auf Basis realer Berufsszenarien mit zertifizierten Lehrkräften – praxisnah und direkt anwendbar. Sie üben genau die Situationen, die im TOEIC geprüft werden.

Lernplan auf den Testtag ausrichten

Bauen Sie einen strukturierten Lernplan, der zu Ihrem Terminkalender passt. EF English Live bietet 24/7 Privat- und Gruppenkurse, in die Sie jederzeit einsteigen können – die Vorbereitung fügt sich in Ihren Arbeitsalltag.

Mit Echtzeit-Feedback sehen Sie, wie nah Sie Ihrem Zielniveau sind. Das hält die Motivation hoch und macht Fortschritte sichtbar.

Fortschritt messen und zertifizieren

Machen Sie Ihren Fortschritt sichtbar und belegbar. Bei EF English Live erhalten Sie für jedes erreichte CEFR-Niveau ein weltweit anerkanntes Zertifikat – so haben Sie schon vor TOEIC oder TOEFL einen aussagekräftigen Nachweis.

Track your goals with real-time personalized insights und arbeiten Sie gezielt auf Ihr Ziel hin.

Ihr nächster Schritt zu internationalen Karrierechancen

Die wichtigste Erkenntnis: Zu wissen, welches Zertifikat passt, ist Schritt eins – die dafür nötigen Englischskills aufzubauen, ist der eigentliche Schlüssel. Ein Zertifikat dokumentiert nur, was Sie bereits können.

EF English Live, die weltweit erste und größte Online-Englischschule, basiert auf 30 Jahren Lehrerfahrung und einer Methode, die ursprünglich in Zusammenarbeit mit Apple und der University of Cambridge entwickelt wurde. Start speaking straight away – vom ersten Tag an üben Sie in immersion in real-world scenarios, nicht nur Grammatikregeln.

Erhalten Sie a globally recognized certificate for every level you complete und bauen Sie Schritt für Schritt die Kompetenz auf, die deutsche und internationale Arbeitgeber erwarten.

Jetzt Business-English-Kurse entdecken und Ihre Vorbereitung auf TOEIC oder TOEFL beginnen:

FAQs about TOEIC und TOEFL für den Job in Deutschland

Kann ich sowohl TOEIC als auch TOEFL für eine Bewerbung einreichen?

Ja, in den meisten Fällen. Viele deutsche Arbeitgeber akzeptieren international anerkannte Zertifikate und achten eher auf das CEFR-Niveau als auf den spezifischen Testnamen.

Überprüfen Sie dennoch immer die jeweilige Stellenausschreibung oder fragen Sie direkt in der Personalabteilung nach – manche Unternehmen haben klare Präferenzen.

Wird ein Cambridge-Zertifikat statt TOEIC oder TOEFL akzeptiert?

Häufig ja. Zertifikate wie B2 First oder C1 Advanced sind weit verbreitet und klar den CEFR-Niveaus zugeordnet – viele deutsche Arbeitgeber erkennen sie problemlos an.

Am besten fragen Sie direkt beim Arbeitgeber nach, welche Zertifikate akzeptiert werden. Die meisten Personalabteilungen sind flexibel, solange das CEFR-Niveau stimmt.

Wie oft kann ich den TOEIC oder TOEFL wiederholen?

Beide Tests sind wiederholbar, jedoch gelten Wartefristen zwischen den Versuchen. Gründliche Vorbereitung vor jedem Anlauf zahlt sich jedoch mehr aus als mehrfache Wiederholungen.

Gibt es einen kostenlosen Test, um mein Englischniveau einzuschätzen?

Ja. Der EF SET ist ein kostenloser, international anerkannter Online-Einstufungstest, der Ihr CEFR-Niveau zeigt. Er bewertet Lese- und Hörverstehen und macht Ihre Vorbereitung auf TOEIC oder TOEFL planbar.

Reicht ein B2-Niveau für die meisten Jobs in deutschen Unternehmen?

Für viele internationale Rollen ist B2 das Mindestniveau. Für seniorige oder führende Positionen mit viel englischer Kommunikation wird oft C1 oder höher erwartet.

Prüfen Sie stets die konkreten Anforderungen in der Stellenausschreibung – die Erwartungen variieren je nach Branche, Unternehmensgröße und spezifischer Rolle.