Der perfekte Oktoberfest-Tag

„Wegen Überfüllung geschlossen!“ – der meist gefürchtete Satz aller Oktoberfest-Besucher. Damit Sie den Türsteher nicht erst bestechen müssen, haben wir für Sie die wichtigsten Insider-Infos für einen zünftigen Tag auf dem größten Volksfest der Welt.

 

 

 

Ins richtige Zelt gehen

 

Die Auswahl ist groß, doch wer einmal das richtige Zelt für sich gefunden hat, bleibt meistens treu. Insgesamt locken Jahr für Jahr 14 Zelte die bierdurstigen Besucher auf die Theresienwiese – der Aufbau dauert übrigens Monate. Wenn Münchens Oberbürgermeister am ersten Wiesn-Samstag die magischen Worte „O’zapft is’“ ruft, geschieht dies traditionell im Schottenhamel. Wer nicht nur mit Touristen, sondern auch mit Münchnern anstoßen möchte, geht ins Schützen-Zelt. Hier treffen sich übrigens auch die Sportschützen zum Oktoberfest-Landesschießen. Weinliebhaber haben auch ihren Platz auf der Wiesn, nämlich – wie der Name schon sagt – im Weinzelt (das hat übrigens bis nachts um eins geöffnet). Das Hacker-Festzelt hat den Beinamen „Himmel der Bayern“ und gilt als eines der schönsten Festzelte überhaupt. Und die Bräurosl ist der Treffpunkt für Schwule und Lesben, hier findet auch der traditionelle „Gay Sunday“ statt.

 

Promis gucken

 

Fußballprofis von FC Bayern und 1860 München, Schöne, Reiche und anderweitig Prominente trifft man in der Käfer Wies’n-Schänke und bis 2013 auch im Hippodrom. Wiesnwirt Sepp Krätz verlor allerdings wegen Steuerdelikten seine Lizenz, nun gibt es an der Stelle ein neues Zelt namens Marstall – ob auch dort die Schickeria auf den Bänken tanzt, wird sich zeigen. Moderatorinnen, Schauspielerinnen und Models trifft man bei der „Damenwiesn“, zu der Mietauto-Königin Regine Sixt jedes Jahr einlädt.

 

 

Das richtige Wiesn-Timing

 

Der größte Ansturm auf die Festwiese ist an allen drei Samstagen. Schon früh morgens bilden sich hier Menschentrauben vor den Eingängen. Öffnen die Türen, strömen die Massen zu den Tischen. Schlau ist, wer Monate im Voraus eine Bierbank reserviert hat – und zwar im November! Via Fax lässt sich ein Platz ergattern, die Zusage vonseiten der Brauereien kommt meist nicht vor April. Wer ein langes Wochenende in München verbringt, macht am Sonntagnachmittag einen Bummel über das größte Volksfest der Welt. Dann ist die Chance am größten, einen Platz im Zelt zu ergattern und in Ruhe Maß und Hendl zu genießen. Und in jedes Zelt zumindest einmal kurz reinschnuppern kann man dann auch. Übrigens: Das mittlere Wochenende ist traditionell von Italienern bevölkert. Wundern Sie sich also nicht, wenn dann mehr Italienisch als Deutsch gesprochen wird. Von Montag bis Donnerstag ist die Lage meist entspannt, tagsüber zumindest. Am Abend strömt die Münchner Bevölkerung nämlich aus ihren Büros in die Zelte.

 

 

Ins Zelt reinkommen

 

Vorm Haupteingang bildet sich eine lange Schlange? Der gewiefte Bayer checkt die Seiteneingänge. Meist ist hier noch etwas zu machen. Nämlich dann, wenn sich die Tür öffnet und Leute rausgehen. Am besten jetzt mit größter Selbstverständlichkeit am Ordner vorbeispazieren. Hilft das nicht, sucht sich der Kenner eine Bedienung, die gerade frische Luft schnappt. Diese überredet er mit warmen Worten, ihn am Security-Menschen vorbei ins Zelt zu schleusen. Als letzte Chance gilt der Reservierungseingang. Dort herrscht immer ein reges Treiben – vielleicht nimmt Sie eine nette Truppe mit an ihren Tisch.

 

 

Bajuwarisch flirten

 

Auf der Bierbank stehen, Fremde im Arm halten, Bussis verteilen – nirgends ist hemmungslos feiern sozial dermaßen erwünscht wie auf der Wiesn. Und an keinem Platz der Welt tragen die Damen so stolz ihr aufreizendes Dekolleté spazieren. Kein Wunder, dass es bei den meisten Oktoberfest-Besuchern funkt – wenn auch nur für einen bierseeligen Abend. Trotzdem gibt es ein wichtiges Detail zu beachten: Tragen die Mädels die Schleife ihrer Schürze auf der rechten Seite, sind sie vergeben. An diese Damen sollte man sein Herz also nicht verlieren. Trägt sie die Schleife allerdings auf der linken Seite, heißt es: Feuer frei! Übrigens: Wer sich Hals über Kopf verliebt, bringt dies am besten mit einem Lebkuchenherz zum Ausdruck – „I mag di“ oder „Du bist mein großer Schatz“ sollte schon draufstehen. Die Herzen mit Aufdruck „Grüße vom Oktoberfest“ bringen Sie besser Ihrer Mutter mit. Wer es weniger abgedroschen mag: An zwei Ständen kann man sich die Lebkuchenherzen individuell beschriften lassen. Damit punktet man gewiss bei seiner Wiesn-Schönheit. Und klar, am Ende des Abends lädt man die Eroberung auf eine Runde Riesenrad ein, denn der Blick von hoch oben auf das bunte Wiesn-Treiben ist für jeden Besucher – ob mit schönem Madl im Arm oder nicht – das absolute Highlight.

 

 

Wichtig ist natürlich auch, sich standesgemäß unterhalten zu können! Nämlich auf bayrisch. Dazu gibt es hier den exklusiven Wiesn Dictionary als Download: Wiesn_Dictionary

Seid ihr fit für die Wiesn Gaudi?

 

 

image: Kira Brück

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